Stellungnahme des Präsidiums zum Krieg in der Ukraine

Die Genfer Konvention zum Schutz der Zivilbevölkerung wurde gebrochen, zivile Ziele werden in der Ukraine beschossen. Der Angriff auf den souveränen Staat der Ukraine ist eine eklatante Missachtung des Völkerrechts, die den Werten der Vereinten Nationen im 21. Jahrhundert unwürdig ist. Vor allem das Leid und die Flucht Hunderttausender von Menschen berührt uns sehr. Familien werden auseinandergerissen und der Verbleib von Verwandten und Bekannten bleibt ungewiss.
Unsere Gedanken sind bei unseren Studierenden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die unmittelbar und persönlich betroffen sind. Wir werden bis auf Weiteres keine neuen Austauschprogramme beziehungsweise Forschungskooperationen mit russischen Universitäten initiieren, ohne dabei Studierenden auf Grund ihrer Herkunft oder ihrer Sprache den Zugang zur Technischen Hochschule Brandenburg zu verwehren. Nach wie vor gilt: Alle ausländischen Studierenden sind gleichermaßen an der THB willkommen.
Unsere ukrainischen Studierenden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden wir unterstützen und ihnen im Rahmen unserer Möglichkeiten mit Rat und Tat zur Seite stehen. Dieser Krieg zerstört eine über Jahrzehnte gewachsene Grundlage einer gemeinschaftlichen Zusammenarbeit in einer friedlichen und demokratischen Welt, die die Grundlage einer freien Wissenschaft bietet.
Wie wir helfen können
Für alle, die geflüchtete Menschen aufgenommen haben oder demnächst aufnehmen möchten, empfehlen wir die folgenden Links.
- Asyl-, Aufenthalts- und Sozialrecht (deutsch): ProAsyl informiert zu Einreise und Verbleib in Deutschland und die Gemeinnützige Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender e. V. sammelt fortlaufend aktualisierte Informationen zum Aufenthaltsrecht und Sozialleistungen für Menschen aus der Ukraine. Auch der Flüchtlingsrat Berlin e.V. hält seine Informationsseite täglich auf dem aktuellen Stand.
- Asyl-, Aufenthalts- und Sozialrecht (mehrsprachig): Handbook Germany veröffentlicht auf einer Sonderseite Ukraine in den Sprachen Deutsch, Russisch und Ukrainisch wichtige Informationen zur Einreise und zum Aufenthalt.
Die IQ Fachstelle Einwanderung beantwortet Aufenthaltsrechtliche Fragen in Deutsch, Englisch, Russisch und Ukrainisch.
Zum aktuellen Stand vor Ort, Formalitäten zur Aufnahme von geflüchteten Menschen und weiteren lokalen Initiativen wie Sachspendensammlungen und Hilfstransporte informiert hier die Stadt Brandenburg an der Havel.
Zudem verweist die Integrations- u. Behindertenbeauftragte der Stadt, Katrin Tietz, auf die Wiederauflage des allgemeinen Online-Hilfe-Portals HelpTo, über das Sachspenden, Unterkünfte, ehrenamtliches Engagement und Nothilfe digital koordiniert werden. Es wurde bereits 2015 erfolgreich eingesetzt und vermittelt auch den Kontakt zu Initiativen in Brandenburg an der Havel.
Die Sprachkurse der lokalen Partnereinrichtungen der Stadt "Akademie Seehof GmbH", "BRAG e.V." sowie "IBS in Brandenburg" können von geflüchteten Menschen aus der Ukraine genutzt werden. Dies ist auch interessant für Studieninteressierte, die noch kein B2-Deutschniveau haben.
Das Universitätsklinikum Brandenburg an der Havel organisiert gemeinsam mit den anderen Universitätskliniken der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) und zusammen mit dem DRK einen Hilfsgütertransport, der so schnell wie möglich dringend benötigte medizinische Hilfsmittel, Verbandsmaterialien, Medikamente und Lebensmittel an zuverlässige direkte Kontakte nach Odessa bringen soll.
Zur Finanzierung dieses Projekts hat das Universitätsklinikum Brandenburg an der Havel eine Spendenaktion gestartet und eigens ein Spendenkonto eingerichtet. Es ist zweckgebunden und wird selbstverständlich nur für die Ukrainehilfe verwendet. Weitere Informationen finden Sie hier.
- Empfänger: Städtisches Klinikum Brandenburg GmbH
- IBAN: DE47 3606 0295 1006 0370 18
- Bank: Bank im Bistum Essen
- BIC: GENODED1BBE
- Verwendungszweck: Schnelle medizinische Hilfe für die Ukraine
Gemeinsam mit der Medizinischen Hochschule Brandenburg möchten wir auf diese Spendenmöglichkeiten hinweisen:
- Bündnis Entwicklung hilft
- Uno Flüchtlingshilfe "Ukraine-Nothilfe“
- Betterplace Spendenaktion "Nothilfe für die Ukraine“
- Aktion Deutschland hilft „Notfallhilfe Ukraine“
- Save the Children „Hilfe für Kinder in der der Ukraine und den Nachbarländern“
- SOS Kinderdorf „SOS-Kinderdorf in der Ukraine“
- Tagesschau Hilfe für Menschen in der Ukraine
"#Unterkunft Ukraine" ist eine Allianz nachhaltiger Organisationen, die mit einer Online-Börse Unterkunftsuchende mit Menschen zusammenbringt, die eine vorübergehende Bleibe anbieten können.
Mit dem neu eingerichteten E-Mail-Verteiler ukraine(at)th-brandenburg.de möchten wir sicherstellen, dass Hochschulangehörige für ihre Fragen und Anliegen rund um den Krieg in der Ukraine schnelle Rückmeldung erhalten. Darüber erreichen Sie verschiedene Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner an der TH Brandenburg wie die Mitarbeiterinnen des ZIS (Zentrum für Internationales und Sprachen) sowie das Team um den Vizepräsidenten für Lehre und Internationales Prof. Dr. Rolf Socher.
Nachrichten rund um die Hochschullandschaft
- 01. April 2022: Jetzt.de berichtet über die Situation von Studierenden aus der Ukraine, die ihr Studium gern in Deutschland fortsetzen würden.
- 15. März 2022: Am Mittwoch, 30. März, 18 Uhr, veranstaltet das Europa-Büro Brandenburg an der Havel auf Zoom ein Bürgerforum "Europa kontrovers" zum Thema "Erneuerbare Energien für Europa - Strukturwandel in Zeiten des Krieges". Die Anmeldung erfolgt hier.
- 14. März 2022: Laut einer Mitteilung der Kultusministerkonferenz (KMK) wird der DAAD eine Plattform und zentrale Kontaktstelle für Unterstützungsangebote für geflüchtete Studierende und Forschende einrichten. Informationen über Hilfsangebote, bezahlte Gastaufenthalte und Stipendien werden auch von einer internationalen Initiative unter #ScienceforUkraine gesammelt.
- 13. März 2022: rbb Kultur veranstaltet heute einen Diskussionsabend zu den Folgen von Krieg und Desinformation für Zivilgesellschaft, Kultur, Wissenschaft und Medien.
- 11. März 2022: Wie geht es russischen Studierenden in Deutschland während des Ukraine-Kriegs? Das wird in der Sendung Campus&Karriere beleuchtet.
- 10. März 2022: Gemeinsame Pressemeldung vom Deutschen Akademischen Austauschdienst DAAD und der Hochschulrektorenkonferenz HRK: Kein Platz für Nationalismus und Ausgrenzung an deutschen Hochschulen.
- 9. März 2022: Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) informiert über eine Spendensammlung anlässlich eines Benefizkonzertes.
- 4. März 2022: Die VolkswagenStiftung informiert über mögliche Fördermittel für geflohene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Auch die Alexander von Humboldt Stiftung vermittelt Informationen und Unterstützungsmöglichkeiten.
- 4. März 2022: Nachdem die russische Union der Hochschulrektoren in einer Stellungnahme den Überfall auf die Ukraine unterstützt, hat die European University Association (EUA) die Mitgliedschaft der betreffenden Universitäten ausgesetzt, weil die Stellungnahme den Werten der EUA „diametral entgegengesetzt“ ist. Auch die Europäische Kommission beendet die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit russischen Forschungseinrichtungen, sodass keine neuen Förderungen aus dem EU-Forschungsprogramm Horizon Europe erfolgen können.
- 3. März 2022: Der Präsident der Technischen Hochschule Brandenburg Prof. Dr. Andreas Wilms unterzeichnet die gemeinsame Solidaritätsbekundung der Brandenburgischen Hochschulen.
- 3. März 2022: Das Deutsche Studentenwerk DSW fordert ein staatliches Unterstützungspaket für ukrainische Studierende.
- 28. Februar 2022: Ein Interview im Deutschlandfunk mit dem Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) Peter André Alt zu Reaktionen der Hochschulen auf den Krieg in der Ukraine.
- 25. Februar 2022: Die Wissenschaftsministerinnen von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern kündigen Unterstützung für die Hochschulen und Forschungseinrichtungen an.